Presse

Leserbrief „Verwaltung misst mit zweierlei Maß

Zum Flammkuchenfest am 18. Juli 2009 in Mörlheim.

Mit Erstaunen las ich den Leserbrief zum Flammkuchenfest. Da versucht eine Gruppe der Dorfjugend, ein Fest auf die Beine zu stellen, um das Dorfleben zu bereichern. Dadurch kann der Verein die Jugendarbeit intensivieren und den örtlichen Jugendlichen eine Perspektive bieten, bei den oft trostlosen Möglichkeiten in kleinen Gemeinden. Man sollte auch daran denken, dass für jugendliche dadruch ein Anreiz besteht, in den Verein einzutreten, um sich zu engagieren.
Tagaus, tagein wird immer wieder gejammert, dass unsere Jugend nur noch Flatrate-Partys und Komasaufen im Kopf und auf der Straße rumlungert und man nicht weiß, wie man dies in den Griff bekommen kann. Ich weiß, wie: durch solche Angebote der Landjugend, die sich bemüht, was auf die Beine zu stellen. In vielen Gemeinden der Pfalz, wo es noch Landjugendgruppen gibt, funktioniert dies hervorragend. Doch was passiert? Die Stadt Landau erteilt keine Genehmigung und die ach so freundlichen Nachbarn rufen sofort bei der Polizei an, die dann aktiv werden muss, weil es der Gesetzgeber so will. Die Buhmänner sind dann leider die Beamten vor Ort.
Dies trägt nicht gerade zu einem harmonischen Dorfleben bei. Wie sagte schon 1843 August Heinrich von Fallersleben?: Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Gerade diese Denunzianten sind es aber, die selber, solange es nicht vor ihrer eigenen Haustüre ist, kräftig bis in die Puppen feiern und keine Rücksicht auf andere nehmen.
Weit mehr als traurig ist es aber, dass man seitens der Verwaltung anscheinend mit zweierlei Maß misst und nach Gutdünken entscheidet. Mörlheim, nein danke, viel zu klein und nix zu kassieren. Nur weil beim Landauer Sommer mehr zu verdienen war, hat man die Genehmigung erteilt und der Landjugend eine Absage erteilt. Armes Deutschland. Etwas mehr Fingerspitzengefühl und Verständnis wäre sicher angebracht gewesen. Man hätte der Landjugend sicherlich eine Genehmigung bis 24 Uhr erteilen können, ohne dass jemand dadurch seelische oder gar körperliche Schäden erlitten hätte. Macht weiter so und tut nix für Jugend.